Markus Bendler gehört sowohl auf Fels, als auch im zu den besten Kletterern der Welt. Der gebürtige Schwendter entdeckte schon früh seine Liebe zu den Bergen. Kein Wunder ist doch eines der schönsten Gebirge überhaupt, der Wilde Kaiser, direkt vor seiner Haustüre. Als einer der wenigen gelangen ihm bereits der Durchstieg von Sportkletterrouten bis zum französischen Grad 9a sowie einige der schwersten Eis- und Mixedrouten weltweit. 2007 holte er sich erstmals auch den Titel des Eiskletterweltmeisters in der Disziplin „Eisbouldern“.
Bei dem 25-Jährigen dreht sich also alles rund ums Klettern und das wird auch noch lange so bleiben, wie er im Interview mit dem Trendguide Kitzbühel verrät.
TG: Markus, wie bist du eigentlich zum Klettern gekommen? Wann hast du begonnen das Ganze so richtig ernsthaft zu betreiben?
MB: Zum Klettern brachte mich mein um ein Jahr älterer Bruder – ich glaube es war 1995. Wir traten der Alpenvereinssektion St. Johann bei und wurden dort in den darauf folgenden Jahren sehr gut unterstützt. 1999 war dann ein richtungweisendes Jahr für mich. Ich entschied eine Bäckerlehre zu beginnen. Mein Gedanke war: „Wenn ich in der Nacht arbeite, dann habe ich am Tag Zeit zum Klettern“. Ich begann alles dem Sport unterzuordnen und konnte nach kurzer Zeit die ersten Früchte ernten – die Begehung einer Felsroute am Schleier Wasserfall im Schwierigkeitsgrad 10+ – als 15-Jähriger war ich damals weltweit der Jüngste, dem das gelang. Ab diesem Zeitpunkt war der Weg für mich klar.
TG: Du gehörst ja sowohl am Fels als auch auf Eeis zur Weltklasse. Was gefällt dir persönlich besser? Was macht den großen Unterschied aus?
MB: Prinzipiell gefallen mir beide Disziplinen gleich gut, aber eben alles zu seiner Zeit – im Sommer bin ich 100% Felskletterer und im Winter widme ich mich ausschließlich dem Eisklettern. Der große Unterschied zwischen diesen beiden Spielarten ist die Temperatur und daraus resultierend die Motivation, die man aufbringen muss. Es ist natürlich viel angenehmer am warmen Fels zu klettern, als an einem schattigen Eisfall oder Gletscher bei -20°C. Glücksmomente erlebt man allerdings bei widrigen Bedingungen intensiver.
TG: Wieviel muss man eigentlich trainieren, um so gut wie du zu werden? Wieviel von alle dem ist Talent und was ist hart erarbeitet?
MB: Das ist sehr schwer zu pauschalisieren. Wenn ich mich im Winter auf Weltcups oder WM vorbereite, dann trainiere ich gelegentlich gemeinsam mit meinen Freunden aus dem Wettkampfzirkus. Dabei habe ich mir angewöhnt immer mehr zu trainieren als die anderen. Ich verlasse eine Trainingsstätte nur dann zufrieden, wenn ich der Letzte bin. Es gibt sicherlich viele Kletterer, die ein ähnliches oder sogar besseres Bewegungstalent besitzen als ich, schlussendlich brauchst du aber auch das Talent hart trainieren zu können und das Glück möglichst verletzungsfrei zu bleiben.
TG: Du bist auf der ganzen Welt unterwegs, haben wir gelesen. Wenn du dann mal zu Hause bist, was machst du dann am liebsten? Was sind deine Lieblingsklettergebiete in der Region?
MB: Wenn ich daheim bin geh ich zum Ausgleich gerne Schifahren oder Mountainbiken, dann schlafe ich lange und gehe Steaks essen, meistens gehe ich aber dann doch klettern – am liebsten an den Schleier Wasserfall, den „Koasa“ oder ins Zillertal.
TG: Du hast in der vergangenen Zeit immer wieder extrem schwere Routen gemacht. Wie gefährlich ist Klettern bzw. Eisklettern für dich? Hast du auch manchmal Angst?
MB: Eisklettern ist sicherlich wegen der Unberechenbarkeit des Elements gefährlicher als Felsklettern. Ich versuche jedoch alles möglichst sicher zu machen und es ist keine Schande für mich ab und zu umzukehren. Trotzdem bleibt ein Restrisiko – dass dieses höher ist als beim Billard, dessen bin ich mir natürlich bewusst.
TG: Du hast ja eigentlich schon alles erreicht, wovon andere Kletterer nur träumen. Welche Ziele hast du für die Zukunft?
MB: Konkret habe ich gerade die Eiskletter-Weltcupsaison auf dem zweiten Gesamtrang abgeschlossen. Das Ziel war aber der Sieg, also werde ich es nächstes Jahr wieder versuchen und übernächstes Jahr wieder und… außerdem hat dieser Sport so viele Facetten und Herausforderungen, dass ich noch über 1.000 Jahre leben müsste, bevor mir langweilig werden würde!
TG: Markus, danke für das Interview und viel Glück für deine weiteren Unternehmungen. |