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Wirtschaftskommentar Christian Mühlberger, BO der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft

Viel Tourismus – wenig Arbeitskräfte

Bedingt qualifizierte Mitarbeiter

Wir kennen sie alle, die berauschenden Zahlen mit immer neuen Rekordmeldungen um den Nächtigungspoker, die den Tourismus in einem Licht der Selbstherrlichkeit erstrahlen lassen. Doch viele wissen nicht, was sich in der Realität hinter diesen Kulissen verbirgt. Ist wirklich die Zahl der Nächtigungen das Maß aller Dinge? Und wie lässt es sich vereinbaren, dass bei immer mehr Arbeit im Tourismus immer weniger und bedingt qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen? Welcher Zerreißprobe sind wir oft ausgesetzt, wenn die Anforderungen für das Anspruchsdenken des Gastes nicht mehr erfüllt werden können, wenn die Arbeitskräfte quantitativ und qualitativ fehlen? Und die Spitze dieses Eisberges hat erst den Anfang genommen. Die Schülerzahlen sinken, der Lehrlingsnachwuchs schwindet und so mancher Gastarbeiter, der eine Zeit lang erfolgreich bei uns integriert war, stellt sich die Frage: „Wo bin ich zu Hause?“, besinnt sich auf seinen Ursprung und verlässt das Land… Nur die Rekordzahlen bleiben und sollen steigen, die schwierige wirtschaftliche Situation und die immer mehr sinkenden Ertragswerte werden in Schweigen gehüllt.

Produkt Tourismus - Gastronomie muss mehr Wert sein

Längst ist die Tatsache eingetreten, dass aufgrund dieser negativen Entwicklung die Investitionstätigkeit im Tourismus gesunken ist. Wer sich in dieser misslichen Lage bemerkbar macht, sind die Sozialpartner. Diese begründen die mangelnden Mitarbeiter mit den schlechten Arbeitsbedingungen im Tourismus. Ein dreistes Spiel mangelnder Ahnung und entbehrlichen Wissens um die Realität. Wenn höhere Löhne gefordert werden, müssen diese auch bezahlbar und kalkulierbar sein. Wenn in einer sogenannten „Schnitzelpreisstudie“ eine Mindestpreis-Kalkualtion von der WK errechnet wird, dann kommt prompt von der AK der Einwand, dass es zu teuer und der Preis nicht gerechtfertigt ist. Das Gegenteil müsste der Fall sein und ein Apell an unsere Gesellschaft gerichtet werden, dass das Produkt Tourismus – Gastronomie mehr wert sein muss und eine bessere Kalkulation, auch für Löhne und einen Verdienst des Gastgebers, zulässt. Es müssen nicht immer Rekordzahlen sein. Manchmal kann etwas weniger auch mehr sein!

Christian Mühlberger
Bezirksobmann Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft

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