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Lohnspektakel im Tourismus
Wie sieht die Wirklichkeit nach Erfahrungswerten aus?
Kaum ein wirtschaftlicher Bereich steht so oft im Kreuzfeuer der Kritik wie der Tourismus, die Meinungsfindung von schlechten Arbeitsbedingungen scheint für die Sozialpartner ein amüsanter Aufhänger zu sein. Und wie sieht die Wirklichkeit nach meinen Erfahrungswerten aus ? Fach-kompetente, effiziente Kräfte werden zu anderen Wirtschaftssparten überdurchschnittlich entlohnt. Es wird ein Verpflegungsstandard wie für Gäste geboten, die Kinder der Mitarbeiter werden im eigenen Kindergarten betreut, die Infraststruktur des Hauses mit allen qualitativen Annehmlichkeiten kann in Anspruch genommen werden, alles kostenlos. Es werden Millionen in komfortable Personalhäuser investiert, ein Standard, den viele Menschen unseres Landes im eigenen Wohnbereich entbehren. Wir stellen Hilfskräfte ein, die in anderen Branchen keine Beschäftigung und Unterkunft finden und die sonst in die soziale Versorgung integriert werden müssten.
Enormer Preisdruck in der Tourismusbranche
Dass angemessene Lohnanpassungen berechtigt sind, bedarf keiner Diskussion, wenn es allerdings illusorische Forderungen sind, die jeglicher wirtschaftlicher Machbarkeit entbehren, dann muss man fairer Weise auch aufzeigen, dass die Tourismusbranche unter einem enormen Preisdruck steht. Gewinnbringende Kalkulationen sind oft nicht mehr möglich, ein Weiterverrechnen des Kostenaufwandes an den Gast wird schlichtweg nicht akzeptiert und das Ausweichen auf Angebote in Billigländern ist die Folge. Wenn auch die letzte Saison landesbezogen mehr Nächtigungen aufzuweisen hatte, dann ist auch nicht zu verheimlichen, dass die Umsätze rückläufig waren. Schlechtreden und nicht zu verantwortende Forderungen sind zu wenig, volkswirtschaftlich dienlich zu sein, dann möge uns in der Praxis bewiesen werden, wie man einen Betrieb wirtschaftlich positiv führen kann.
Christian Mühlberger
Bezirksobmann Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
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